Mittwoch, 28. Dezember 2016

Mein Foto der Woche

Ingrid
Gestern in Giengen an der Brenz
Ingrid erklärt Schreibman
die Bestimmung des Flächeninhalts
mit Hilfe von Treppenfiguren

Ich musste dem allerdings widersprechen. In der Formel zur Berechnung kam "n" als nach unendlich "tendierend" (!) vor. Da dies kein exakter Wert ist, kann auch keine exakte, sondern höchstens eine "annähernde" Berechnung des Inhalts einer Fläche erfolgen, deren eine Seite eine "gekrümmte Gerade" (!!) bildet. Das wollte sie mir einfach nicht glauben.

Mathematisches Forschungsinstitut Oberwolfach
Da in der Nähe habe ich mal gewohnt

Montag, 19. Dezember 2016

Schokolade ist Gottes Entschuldigung für Brokkoli

Nach einer Woche Darniederliegens wegen Sturz auf den Hintern habe ich mich heute wieder aufgerappelt. Will doch dabeisein, wenn ich das Rentenalter erreiche.

Muttis Schokokekse
Lebkuchen und Schokokekse
Von meiner jüngsten Schwester erreichte mich grade dieses Päckchen mit Weihnachtskeksen nach Rezept unserer Mutti

Dienstag, 13. Dezember 2016

Wenn Sardinen in die Jahre kommen

Während Frankreich zum Jahresende hin ganz unter dem kulinarischen Vorzeichen der "Foie Gras" (Gänsestopfleber) steht, hat Schreibman soeben eine andere und wesentlich preiswertere Delikatesse (wieder-)entdeckt.

1
Ölsardinen schmecken gut,
sind gesund

3
und gibt's schon
ab 0,49 Euro.

4
Sie enthalten

2
Omega-3-Fettsäuren,

6
Vitamin B12 und

7
hochwertiges Protein.

8
Sie lassen sich
überallhin mitnehmen,

5
brauchen keine Kühlung und

12
sind leicht zu öffnen.

9
In Frankreich

11
gibt es sogar

10
regelrechte

13
Jahrgangs-Ölsardinen
(sardines millésimées).

Freitag, 9. Dezember 2016

Nacht der langen Gedanken

"Nein, ich bin nur aufgekratzt", beantwortete ich die Frage meiner Frau. Ich war bis drei Uhr wach im Bett gelegen, dann nochmal für eine Stunde aufgestanden, um endlich um vier den zweiten Anlauf zum Schlafen zu machen. Diesmal klappte es und ich schlief von vier bis neun, fünf Stunden lang. Das reichte.

"Hast Du eine Schlechte-Laune-Pille geschluckt?" war die Frage meiner Frau gewesen. Nein, ich war nur aufgekratzt, hatte mir die ganze Nacht alles mögliche durch den Kopf gehen lassen, was alles zu tun ist. In der Wohnung. Am Computer. Mit dem Handy. Mit einem Dienstleister. Mit unseren beiden Familien. Urlaubspläne. Bisschen viel für eine Nacht.

Das einzige, worüber wir nicht sprachen, waren unsere beiden Autos. Prima.

Mit dem einen, meinem, fuhren wir dann zu unserem derzeitigen Lieblingslokal zum Essen. Ich hatte mich nach den einzelnen Gesprächsthemen und einvernehmlichen Lösungen allmählich wieder beruhigt. Wir assen entspannt und konnten es richtig geniessen. Es gab nichts auszusetzen.

Das für mich im Moment vordringlichste hatten wir schon erledigt. Nach meinem Anruf den Rentenantrag eingetütet, zur Post gebracht und als Einschreiben nach Brüssel geschickt. Wo ich 20 Jahre lang eingezahlt hatte.

Jetzt werde ich es etwas ruhiger angehen lassen. Nicht mehr alles in einer Nacht erledigen.

Sonntag, 4. Dezember 2016

Aprilfisch hat wieder zugeschlagen

In meinem vorigen Eintrag hatte ich ja ganz nebenbei bemerkt, dass Herr Aprilfisch alles weiss. Alles. Der Mann ist ein Wunder und ich mache aus meiner Bewunderung keinen Hehl. Er hat schon früher mehrere Anfragen von mir bei wer-weiss-was schnell und ausführlich beantwortet.

Heute Nachmittag bin ich bei dem schönen Wetter durchs Elsass nach Breisach gefahren und sah auf vielen Felder so lange gelbe Mauern, die sich bei näherem Hinsehen als mit Maiskolben gefüllte Gitterbehälter erwiesen.

Maiskäfig im Elsass

Ich schrieb also wieder an wer-weiss-was und erhielt umgehend mehrere Antworten, wovon die beste natürlich wieder die vom Aprilfisch war. Untermauert durch ein Foto. Woher er alle diese Informationen so schnell aus dem Hut gezaubert hat, ist mir ein absolutes Rätsel.

Hier der Link zu meiner Anfrage mit den bisher 14 Antworten von 4 Autoren (Stand 2 Stunden nach dem Posten, 47 Lesungen).

http://www.wer-weiss-was.de/t/landwirtschaft/9397037

Bei Twitter habe ich einfach mal die Frage gestellt, ob ich da in ein Wepennest gestossen habe. Man gönnt sich ja sonst nichts.

https://twitter.com/DerSchreibman

Samstag, 3. Dezember 2016

Wer ist Onkel Hansi?

Onkel Hansi

Diese Frage stellte ich vor einigen Tagen dem allwissenden Herrn Aprilfisch und erhielt folgende Antwort.

Salü, long time no read!

Onkel Hansi hat seinen 'Professor Knatschke' (in der Tat eine Satire, von der bissigeren Sorte) auf Deutsch geschrieben, und das Werk wurde ins Französische übersetzt.

Waltz war in erster Linie alemannophoner Elsässer: Kein Möchtegernfranzose, kein Zubefehlreichsdeutscher. Er wurde geboren in einem frisch vom Deutschen Reich annektierten Elsaß, und als es 1918 wieder erlaubt respektive befohlen war, im Elsaß französisch zu reden, war er bereits 45 Jahre alt - was seinem beißenden Spott und der Verachtung, die er den preußischen Usurpatoren entgegen brachte, keinen Abbruch tat. 'Professor Knatschke' ist eine Abrechnung eines elsässer Buben mit den preußischen Eroberern, die ihn in ihr Reich zwingen wollen. Nach dem "Désastre" 1940 wurde der in den Südwesten geflohene Waltz in Agen von Gestapo-Beamten aufgespürt, die den Endsechziger nur liegen ließen, weil sie glaubten, sie hätten ihn totgeschlagen - so sehr kann man vor einem Zeichenstift Angst haben.

Knatschke

Onkel Hansis Werk liegt doch schon ein paar Generationen zurück. Einen leichteren Zugang von heute aus findet man à travers Ungerers "Die Gedanken sind frei. Meine Kindheit im Elsass. Diogenes, Zürich 1993, ISBN 3-257-23106-7". Wie stark die Wirkung von Oncle Hansi auf die elsässer Jugend war, sieht man an den dort abgedruckten Zeichnungen von Ungerer als Schulbub - in dem bösen Spott, mit dem der zehnjährige Tomi z.B. eine Abteilung Wehrmacht beim Essenfassen zeichnet, erkennt man sofort die Handschrift von Waltz. Ungerer - im Gegensatz zu Waltz vollständig dreisprachig Alemannisch - Französisch - Deutsch - hat übrigens eine französische Version des Buches mit etwas abweichendem Text veröffentlicht - er erklärt jeweils dort etwas mehr, wo den Leuten aus dem jeweils anderen Land der Zugang zum Elsaß etwas schwerer fällt.

Hansi

Ziemlich kommerziell aufgezogen, aber allemal einen schönen Überblick zum Werk von Waltz gibt es im (privaten) "Musée Hansi" gleich schräg gegenüber der Maison des Têtes in Colmar. Den Zugang zum "Geist" Hansis allerdings eher im Tomi-Ungerer-Museum in Strasbourg. Allein schon der Videoclip ist den Besuch wert, in dem er schildert, wie er (angeblich) zum Zeichnen gekommen ist: 'Als die Deutschen 1940 im Elsaß eingefallen sind, haben sie aus der Schulbibliothek alles verbannt, was französisch gedruckt war. Und als uns die Franzosen 1945 befreit hatten, haben sie alles hinausgeworfen, was deutsch war. Danach war die Bibliothek leer, also blieb mir nur der Zeichenstift."

Elsass

Der Onkel Hansi ist 1951 gestorben, daher kann man die Rechte an seinem Werk heute für lau erwerben. Kanada ist dennoch interessant - schau mal, von wann genau die Ausgabe oder deren Vorbild ist: Professor Knatschke ist 1912 erschienen, als im Elsaß nichts auf Französisch gedruckt werden durfte und Europa im Geist bereits in Richtung Ypern und Verdun marschierte.

Der Preis von 280 Euro spricht für eine Erstausgabe, möglicherweise signiert oder in sehr gutem Erhaltungszustand. Damit würde ich mich aber, wenn es um den Inhalt des Buches geht, nicht abgeben.

Schöne Grüße

MM

Zitat aus meiner Anfrage bei
http://www.wer-weiss-was.de/t/wer-weiss-mehr-uber-hansi/9396614?u=schreibman

Hansi alias Jean-Jacques Waltz
Als Deutscher geboren, als Franzose gefühlt. Der Elsässer Jean-Jacques Waltz gab sich das Pseudonym Hansi.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Bewaffnete Sarotti-Mohren und andere Originale

Die Abenteuer von Tintin et Milou (Tim und Struppi) habe ich ja alle gelesen, in den 1980er Jahren.

1

In einer TV-Doku über den belgischen Autor und Zeichner Hergé wurde neulich darauf hingewiesen, dass die Geschichte von den Juwelen der Castafiore insofern die beste von allen sei als darin das gesamte Personal auftritt. Dies in einem Schloss in der belgischen Wallonie, unweit des Ortes, in dem Hergé gelebt hatte. Und einige Jahre auch ich.

Habe mir das Album dann nochmal besorgt und stellte mit gewisser Be- und Verwunderung fest, dass es da einige Passagen gibt, bei deren Lektüre ich mir automatisch die Frage stellte: Wie mag der deutsche Übersetzer damit umgegangen sein? Ich kaufte mir also auch die übersetzte Version.

2

Ohne mich lange mit den verschiedenen Bezeichnungen aufhalten zu wollen, mit denen zu Beginn der Geschichte eine durchreisende mobile ethnische Minderheit bezeichnet wird. Es gab ja noch keine political correctness und so bezeichnet speziell Kapitän Haddock sie als Tziganes, Zigeuner, Romanichels, Vauriens, Chapardeurs, Langfinger, Hühnerfänger, Bohémiens oder Zouaves. Letztere, die Suaven, heissen in der deutschen Version schlicht "Kerle".

Ich musste mir erst mal ergoogeln, dass dieser Begriff, der später zu einer Art Schimpfwort geworden ist, früher die korrekte Bezeichnung für aus Nordafrika rekrutierte Söldner war, die mit ihren auffälligen Uniformen ein bisschen wie bewaffnete Sarotti-Mohren aussahen.

Sprachlich ziemlich lustig finde ich nach wie vor die Herren Dupont et Dupond beziehungsweise Schulze und Schultze.

7
Hier (S. 28) wurden die Anfangsbuchstaben von "meilleurs vœux" vertauscht

3
und werden (S. 30) zu "westen Bünschen". Ok, nicht schlecht. Ich würde sogar sagen: schlicht, necht?

8
Aus (S. 37) "freiné" (gebremst) wird "treiné" (getrödelt)

4
Im Deutschen (S. 39): zu brät gespemst.

91f
(S. 38) flombs pondu = plombs fondu = Sicherungen durchgebrannt

5d
(S. 40) Phantasieloser Übersetzer kann oder will die vertauschten Buchstaben nicht ins Deutsche rüberbringen und schreibt nur "Sicherungen durchgebrannt"

92f
Wortspiel (S. 38) "Chanteuse" (Sängerin) - "Enchanté" (angenehm) übersetzbar?

51d
Sicher nicht (S. 40) mit "angenehm" und "hallo"(!)

93f
(S. 38) "bougies" (Kerzen) und "bijoux" (Juwelen) werden zu

52d
(S. 40) "Jewulen" und "Juwelen". Schwach. Ich würde sogar sagen: sehr schwach!

10
Schliesslich (S. 46) kommt unser schwerhöriger Professor Tournesol (Bienlein) ins Spiel

6
(S. 48) Und versteht nur Bahnhof

Wer den Schmuck gestohlen hat, wird hier natürlich nicht verraten.

2d

Montag, 14. November 2016

Der Blinddarm-Effekt


Das Video, das ich per Whatsapp erhielt, war so ganz anders als die üblichen Witzchen, die sich viele Leutchen dauernd hin- und herschicken. Es handelte von, ja wie soll ich das ausdrücken? Ich möchte es am liebsten nicht allzu vorschnell verraten, weil sonst viele Leser denken könnten: "Was interessiert mich Spanien? Was interessieren mich Mandarinen, Clementinen oder Apfelsinen?" oder "Was interessieren mich Maden?"

Nun, damit habe ich erst die Hälfte dessen verraten, was ich heute mal sagen will. Es geht mir nämlich um etwas ganz anderes. Und das geht uns alle an. Sogar mich, der ich obstmässig zur Zeit nur Trauben esse. Doch halt, Moment, was haben Trauben mit Zitrusfrüchten und mit mir zu tun? Und letztlich mit uns allen, auch mit denen, die beispielsweise gar kein Obst essen?

Es geht nämlich um etwas ganz Mentales. Ralph Bischoff aus Bremen ist der Entdecker dessen, was er dann als Blinddarmeffekt bezeichnet hat. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, dass ich komplett alles verstanden habe, was er damit genau meint. Aber heute glaube ich, ihn gehabt zu haben, diesen Blinddarm-Effekt. Auch wenn ich mich letztlich zumindest in einem Punkt ganz eindeutig geirrt habe. Und zwar, was Spanien betrifft.

Ich hatte ja noch nie spanische Trauben gegessen, weil ich einfach die französischen und italienischen vorziehe. Weil, da war ich da schon mal, wohne näher dran und habe sogar schon mal zwei Wochen auf einem italienischen Weingut gearbeitet.

In Frankreich war ich Samstag nicht und im Edeka gabs nur spanische. Da habe ich halt ausnahmsweise mal die genommen. Um das Wochenende nicht gänzlich traubenlos verbringen zu müssen.

Und dann sehe ich in diesem Video, wie da jemand eine orangefarbene Frucht aufgeschnitten und lebende Maden rausgepult hat. Das können weder französische noch italienische sein, dachte ich gleich. Auch wenn sich die Franzosen schon mal an Froschschenkeln, Fettlebern von Gänsen und Schnecken delektieren. Für Mandarinen sind sie ja eigentlich weniger bekannt und Maden mögen sie schon mal gar nicht.

Die Person in dem Video sagte, sie habe schon die Hälfte von der Frucht gegessen, bis sie auf die Maden gestossen sei.

Von den spanischen Trauben habe ich noch die Hälfte in der Küche stehen. Aber die sind bestimmt einwandfrei.

Und morgen muss ich ja sowieso wieder nach Frankreich.

Aktuelle Beiträge

Ralph Bischoff, Bremen:
Was für eine Fläche sollte denn da berechnet...
Schreibman - 3. Jan, 18:21
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Zuletzt aktualisiert: 15. Jan, 17:51

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