Freitag, 20. April 2018

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Freitag, 4. April 2008

Fickende Gläser

Neulich war wieder so ein Tag. Mein Auto stotterte und ich verlor meine Brille.

Der Mann in der Werkstatt sagte, das sei die Zündspule. Ich wusste gar nicht, dass ich sowas hatte. Jedenfalls sei Ersatz nötig, so könnte ich nicht weiter fahren.

Spulen und Brillen sind teuer. Voor allem, wenn sie gemeinsam auftreten. Deswegen trug ich die verlorene Brille mit Fassung und sagte mir, wozu habe ich eine Zweitbrille.

Eine Brille ist ja an sich schon zweifach, wenn es nicht gerade die Klobrille ist. Deswegen sagen die Franzosen auch les lunettes und die Engländer fragen Where are my fucking glasses. Das kann man gar nicht richtig übersetzen, jedenfalls nicht jugendfrei.

Neue Erstbrillen verschob ich auf später. Zweitbrillen gehen auch. Hauptsache, sie bleiben sitzen.

Heute kam die Rechnung von der Werkstatt. Zwei neue Zündspulen.

Eine ist wahrscheinlich die Zweitspule.

Dienstag, 25. März 2008

Wahre Stories

Mein Vater hat mir immer gesagt: Nichts hat Bedeutung, wenn man es nicht veröffentlichen kann. Aber die Dinge hatten sich geändert. Vince hatte bei unserem ersten Gespräch gesagt, es sei in Mode, sich selbst in die Story mit einzubauen. Allmählich stellte sich die Frage, wie weit ich gehen wollte.

Das sagt eine Frau in dem Thriller Wahre Lügen, die ein Buch über jemanden schreiben will oder soll. Ich habe den Film noch nicht bis zu Ende gesehen, aber diese Textpassage ist gut. Sie berührt eine grundsätzliche Frage des Schreibens.

Heute morgen um sieben, als ich das Auto vom Schnee befreit hatte und losgefahren war, ging mir etwas durch den Kopf. Ich wollte einen französischen Satz machen, in dem zweimal das Worte Chance vorkommt, das im Deutschen dann aber zwei verschiedene Bedeutungen hat.

Das fiel mir erst jetzt wieder ein, nachdem ich den ersten Absatz dieses Eintrags niedergeschrieben hatte. Ja, ich rede hier nur von mir und meinem Tag. Von dem Schnee heute morgen und meinen Gedanken heute Abend. Was ich dazwischen getan habe, hatte zwar auch einige Bedeutung, aber vielleicht nur für mich, ich weiss es noch nicht.

Man könnte sagen, dass ich mehrere Eier gelegt habe, von denen ich noch nicht weiss, ob auch nur aus einem ein Küken rausschlüpft. Ich habe Bewerbungen verschickt. Ob das für jemanden Bedeutung hat, weiss ich noch nicht. Jedenfalls habe ich mich voll in die Story mit eingebaut.

Jetzt aber zu dem Satz von heute morgen. J'ai eu la chance d'avoir raté quelque chose, car ça me donne une nouvelle chance de faire autre chose de meilleur. Der Satz ist von mir und heisst auf Deutsch folgendes.

Ich habe das Glück gehabt, etwas vermasselt zu haben, denn das gibt mir eine neue Möglichkeit, etwas anderes besseres zu machen.

Samstag, 22. März 2008

Samstagabend vor Ostern

Freitag, 21. März 2008

Praktisches

Es geniert mich überhaupt nicht, zugeben zu müssen, dass ich der einzige Teilnehmer des dreiwöchigen Seminars war, über das ich hier und da schon geschrieben habe, der keinen Praktikumsplatz gefunden hat.

Am letzten Tag, gestern, war ich zunächst ein wenig deprimiert. Aber letztlich ist es mir sogar ganz recht. Warum soll ich vier Wochen unbezahlt für ein Unternehmen arbeiten? Ich werde selbständig bleiben und mir neue Kunden und Aufträge suchen, per Zeitungsannoncen, durch Reaktivierung von Kontakten mit Übersetzungsbüros in Brüssel, per Bewerbungen als Teilzeitkraft und über das Internet.

Die anderen Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer haben zum Teil noch am letzten Tag und zum Teil aus lauter Verzweiflung einen Praktikumsvertrag unterschrieben, als Verkäuferin, Metallbauer oder Lagerist, mit irgendeiner Firma, die sicher ihren Nutzen davon hat. Ich wünsche ihnen ehrlich viel Glück und Erfolg und dass es eine Arbeit ist, für die sie dann auch fest angestellt werden und die sie befriedigt und ausfüllt.

Ich muss jetzt vier Wochen lang, während die andern ihr Praktikum machen, täglich in einer Institution erscheinen. Dort setzt man mich in ein Büro an einen Computer, damit ich den ganzen Tag Stellenangebote durchforsten und sogenannte Initiativbewerbungen verschicken kann. Ich soll mich also bei Firmen bewerben, bei denen ich ganz gerne arbeiten würde, von denen ich aber nicht weiss, ob sie grade jemanden wie mich suchen und brauchen können.

Nur vier Wochen lang. Mal sehen, ob ich eine Verlängerung beantrage.

Sonntag, 2. März 2008

Meg Ryan und die Schildkröte

In dem Film I.Q. - Liebe ist relativ sagt Meg Ryan, die Nichte von Albert Einstein, zu ihrem potentiellen Tanzpartner, der ihr nur zwei bis drei Meter gegenübersteht, sie könnten gar nicht zueinanderkommen, um zu tanzen. Sie demonstriert es ihm mit Zenons Paradoxon "Achilles und die Schildkröte".

"Sie können nicht von ihrem Platz hierher kommen, weil sie dazu erst die Hälfte zurücklegen müssen. Ich mache es Ihnen vor. Ich werde also bis zur Hälfte gehen. Aber sehen Sie, hier muss ich auch erst wieder die Hälfte zurücklegen. Also halbiere ich das wieder. Und da ist wieder eine Hälfte zu gehen, also tue ich das. Und die Hälfte davon, und die Hälfte davon, und die Hälfte davon. Und weil es unendlich viele Hälften sind, kann ich niemals ankommen."

Dann ist sie bei ihm, sie beginnen zu tanzen und er fragt: "Und wieso sind sie dann hier?" - "Ich weiss es nicht. Es ist unmöglich."

Aber es ist schön, es ist Liebe.

Das Paradoxon ist natürlich ein Trugschluss. Es ist Mathematik.

Dienstag, 12. Februar 2008

Orte

Mir fällt im Moment echt nichts mehr ein. Zu so vielem. Ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen sollte. Es würde auch gar nicht enden. Grässliche Vorstellung. Also lasse ich es. So. Mir doch egal. Andere können ja auch mal. Warum immer ich. Bin ja kein Einzelfall.

Ich könnte da Sachen erzählen. Da würde Dir der Hut hochgehen. Hoch gehen. Es geht hoch her. Überall. Während wir zu Hause sitzen. Es gibt eigentlich kaum einen vernünftigen Grund, sein Zimmer zu verlassen, hat ein Dichter mal gesagt. Es war aber nicht Hölderlin. Könnte vielleicht Robert Walser sein, bin mir aber nicht sicher. Rilke eigentlich eher weniger. Würde mich jetzt doch interessieren. Robert Walser. Also nicht der Martin. Robert. Der war ganz gut.

Von Rilke habe ich grade die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge neben mir liegen. Hab' ich früher schon mal gelesen. Jetzt möchte ich das nicht. Ich glaube, es würde mich einfach runterziehen. Also noch weiter runter, meine ich jetzt. Ich sollte Also sprach Zarathustra lesen, das hat mich damals wahnsinnig aufgebaut. Ich sass auf dem Balkon, in Mönchengladbach.

Das ist ja so eine Stadt, da muss man an etwas Höheres glauben können, sonst geht man unter. Ich möchte da nie mehr wohnen. Hier im Tal, das ist natürlich auch so eine Sache. Die Selbstmordrate ist höher als anderswo, glaube ich. Man ist so von den halbhohen Bergen, es sind ja eher nur höhere Hügel, eingeschlossen. Man schaut einfach nicht drüber. Und wenn man es könnte, sähe man nur den nächsten Hügel. Naja, ich übertreibe jetzt ein bisschen.

Frankfurt kann ja auch nicht besser sein, wenn man von Hochhäusern umzingelt ist. Köln ist vielleicht optimal. Man kann immer zum Dom schauen, ist nahe am Fluss und Vorgebirge, Siebengebirge, Eifel und Bergisches Land liegen vor der Haustür. Aber es ist halt auch eine Grossstadt. Das ist nichts mehr für mich. Brauche ich nicht. In der Kleinstadt gibt es auch alles, nur eben näher beieinander.

Zu nah' ist natürlich auch nicht immer gut. Manches geht einem zu nahe. Dann wünscht man sich weit weg.

Montag, 4. Februar 2008

Schellemendig


Mein musikalischer Favorit am Schellemendig in Wolfach war eindeutig die schweizer Guggemusik aus Erlibach: "Meistens wird sehr gekonnt knapp neben der Melodie hergespielt, das heißt man erkennt die Melodie durchaus, aber sie klingt ziemlich schräg. Dabei wird sie von einer ebenfalls sehr guten Rhythmussektion dominiert und vorangetrieben. So entsteht eine wilde, mitreißende Musik, gut tanzbar und hervorragend geeignet für spontane Platz- und Straßenkonzerte während der "wilden Tage". Kostprobe

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Schreibman - 13. Jun, 23:45
Neon beschreibt das sehr...
Guck mal: NEONWILDERNESS: Bloglust vs. Twoday-Existenz Beste...
Lo - 10. Jun, 14:02
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die hatte man ja eigentlich schon.
Schreibman - 5. Jun, 11:00
Ein komisches Gefühl
ist das, wenn man hier weiter schreibt obwohl es einen...
Schreibman - 5. Jun, 10:57
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Schreibman - 20. Apr, 14:38


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