Dienstag, 28. November 2017

Mit dem Teufel auf Du und Du

Das Glücklichseinwollen hab ich jetzt endgültig satt. Solange ich noch schreiben und einigermassen klar denken kann und es noch nicht wehtut, geht's doch.

Ich möchte gar nicht drüber nachdenken, wieviel Lebenszeit man mit der gezielten Suche nach dem Glück und diversen entsprechenden Rezepten verschwendet.

Es kann und muss doch nicht immer alles genau so klappen wie man es geplant hat und gerne gewollt hätte.

Bei kleineren Missgeschicken, wenn was runterfällt oder kaputtgeht oder man einfach nur mit der Tücke des Objekts zu kämpfen hat, darf man fluchen. "Verdammte Scheisse!" oder "So ein Wichs!" denke ich dann ziemlich laut in mich hinein.

Gerne auch "So ein Arschloch!" Ob der nun Anton Schlecker heisst oder ... Wie hiess noch dieser Wichtigtuer von der FDP? Mir fällt grad der Name nicht ein. Fluchen tut jedenfalls gut, deswegen ist man ja nicht gleich unglücklich.

Bei grösserem Unglücklichsein würde ich es mit einem anderen Zeitgenossen halten, von dem ich neulich las.

In einer Erzählung schildert der Autor einen verheirateten Mann, der entdeckt, dass seine Frau ihn betrügt. Er liebt sie aber und will sich nicht trennen. An einem Nachmittag, an dem er seine Frau in den Armen des Liebhabers weiss, stellt er sich mitten in die gemeinsame Wohnung, schliesst die Augen und konzentriert sich auf den Schmerz, um ihn, letztlich, als Ausdruck höchster Lebensintensität zu: geniessen. Grossartig!
https://trittenheim.wordpress.com/2017/11/07/beobachtung-auf-hoehe-der-hasenpfote/#comment-10761

Ich bin Gott sei Dank nicht in so einer Situation. Aber ich finde das eine gute Idee, auch mal innezuhalten und ein bestimmtes Gefühl einfach zuzulassen und, ja, zu geniessen.

Mit Glücksmomenten funktioniert das nicht, wie wir ja alle wissen. Denn erstens wird uns erst im Nachhinein bewusst, dass wir in bestimmten Momenten glücklich waren, und zweitens lehrte uns Goethe: "Werd' ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zugrunde gehn."

Ich habe inzwischen einiges gelernt. Manchmal genügt es schon, dass man einfach zufrieden ist, wenn irgendetwas nicht passiert ist. Was alles hätte passieren können!

Man kann sich drüber freuen und zufrieden sein und dann auch gleich wieder zum Fluchen und Schimpfen übergehen.

Christian Lindner!

nygaard

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