In memoriam

Als hommage an den kürzlich verstorbenen Michel Serrault brachten sie auf ARTE heute einen anderen Chabrol-Film als den vorgesehenen "Die Farbe der Lüge", über den ich hier bereits bildreich geschrieben hatte.
In Die Phantome des Hutmachers nach einem Roman von Georges Simenon spielt Serrault den Mann, der sich nach aussen völlig normal gibt, in diesem Fall bieder und mürrisch bis schrullig, in Wahrheit aber der Frauenmörder ist, vor dem das ganze Städtchen Angst hat.
Ich habe in meinem Eintrag Wuppertal und von Bergiges von einem Mordfall gesprochen, der sich praktisch in meinem Haus abgespielt hat und bei dem das Opfer eine Frau war, die ich heimlich verehrte.
Simenon zeigt uns immer wieder, wie nah Normalität und Wahnsinn miteinander leben und wie die bravsten Menschen zum Opfer ihrer selbst oder widriger Umstände werden können.
Ich musste heute noch an einen anderen Menschen denken, einen herzensguten Mann, der ebenfalls zum Opfer tragischer Umstände und von seinem eigenen Sohn erstochen wurde. Er hiess Georg Bossert und war der Entdecker von Desirée Nosbusch, Anke Engelke und Schreibman.
Er hatte mich, als ich noch Gymnasiast in Köln war, zum Westdeutschen Rundfunk geholt, wo ich in einer Kinderfunksendung mitwirken durfte. Leider sind wir dann von Köln weggezogen und der Kontakt mit Bossert brach ab.
Vielleicht hätte er einen Schauspieler, Rundfunksprecher oder Drehbuchschreiber aus mir gemacht. Er war einer dieser guten Menschen, die immer im Hintergrund bleiben, Talente fördern und selber ein völlig unverdientes Ende erleiden.
In memoriam



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