Nachbarschaft24
Schon zweimal bekam ich in den letzten Tagen eine Mail, jemand aus meiner Nachbarschaft wolle mich kennen lernen.
Ja, mich, Josef Eiermann (richtiger Name ist der Redaktion bekannt), genaue Anschrift mit Hausnummer, und meine Email-Adresse muss sie ja wohl auch kennen. Wahrscheinlich ist es die schöne Blonde, die immer den Hund ausführt, wenn ich aus dem Fenster schaue.

Sicher hat sie mein Auto gesehen, auf dem www.schreibman.de steht. Dann ist sie mal in mein Weblog gegangen, von wo aus man ganz einfach Kontakt mit mir aufnehmen kann.
Könnte. Denn schöne Blonde ticken anders. Die wenden sich lieber an Nachbarschaft24 und zahlen 54 Euro. Dann geben sie meine Daten an, damit Nachbarschaft24 mich anschreiben kann, damit auch ich ein Abo bezahle. Auf schöne Blonde mit Hund. Und 23 andere.
So lernt man heute Leute kennen. Ob blond, ob schwarz, ob braun.
Aber ich wette, die schöne Nachbarin hat gar keinen Computer. Sie traut sich bloss nicht, mich anzusprechen, weil sie eine gute Erziehung hat.
Und warum sollte ich dann für Nachbarschaft24 zahlen? Ich werde der Dame irgendwann mal eine goldene Brücke bauen. Nur ihr. Und ihrem Hund.
Die andern 23 können sich meinetwegen sonstwo abonnieren.
Mit Katzen und Kanarienvögeln.
Siehe auch Das schwarze Schaf vom März 2008.




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