Zettelkasten

Auf der vorletzten Seite der Kriminalgeschichte Die Signallaterne stiess ich auf einen Satz, den ich beschloss, mir sofort zu notieren. Ich las noch die letzte Seite und schrieb ihn dann per Hand ab. Das war er mir wert. Überhaupt hätte sich das Lesen dieser Geschichte schon allein wegen dieses einen Satzes gelohnt, den ich von der Erzählung behalten werde.
Es gibt manchmal solche Formulierungen, die einem völlig unerwartet bei der Lektüre eines Buches begegnen, und die einen ansprechen, weil man sich angesprochen fühlt. So ein Satz kann ein Lebensgefühl oder eine Stimmung oder irgendetwas ausdrücken, von dem man spontan das Gefühl hat, dass es einfach stimmt.
Ich habe den Satz per Hand abgeschrieben und lege ihn in einem neu eingerichteten Zettelkasten ab, der allen Leserinnen und Lesern zur Verfügung steht. Wer mir seinen Zettel, eingescannt und als Anhang an eine Email schickt, ist herzlich willkommen.
Es gibt keine Wirklichkeit, die mächtig genug wäre, um das Gefühl der Unwirklichkeit zu zerstreuen, das die Dichter knechtet.
Pierre Magnan, Die Signallaterne





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